Ist Versöhnung möglich? Begegnung mit Vladimir Jankélévitch (Wiard Raveling)

Kategorie: Aktuelles

Mi., 17. Jan., 19:30 Uhr

1980 sagte Vladimir Jankélévitch in einer Rundfunksendung: „Die Deutschen haben sechs Millionen Juden umgebracht, aber sie schlafen gut, sie essen gut, und der Mark geht es gut.“ Als Wiard Raveling dies gehört hatte, schrieb er ihm einen langen Brief. Hieraus entwickelte sich eine bis zum Tode Jankélévitchs im Jahre 1985 währende Korrespondenz.

In seinem Vortrag schildert Wiard Raveling seinen Briefwechsel und seine ungewöhnliche Begegnung mit dem französisch-jüdischen Philosophen Vladimir Jankélévitch, der in Deutschland erstmals mit seinem bei Suhrkamp 2003 erschienenen Buch »Das Verzeihen« einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde. Für den französischen Philosophen, einer der wichtigsten und zugleich unbequemsten Denker des 20. Jahrhunderts, war die Vernichtung der Juden ein Kulturbruch, der die Grenzen des Verzeihens überschritt.

Wiard Raveling war Fremdsprachenlehrer am Gymnasium Westerstede und am Abendgymnasium  Oldenburg. Er schreibt Hörspiele und Features  für Radio Bremen und Essays für Zeitungen und Zeitschriften. 2014 erschien »Ist Versöhnung möglich? Meine Begegnung mit Vladimir Jankélévitch«.