Karl Jaspers‘ »Schuldfrage« und die Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Normativität (Werner Konitzer)

Kategorie: Archiv

Do., 12. Nov., 19:30 Uhr

In den letzten Jahren hat sich die Forschung verstärkt auch den Normen und Rechtfertigungsstrukturen zugewandt, die im Nationalsozialismus maßgeblich waren und die eine bedeutende Rolle bei den nationalsozialistischen Verbrechen spielten.
Der Vortrag versucht, die »Schuldfrage«, die Karl Jaspers 1946 veröffentlichte, im Horizont der Diskussion um die NS-Normativität zu untersuchen. Im Zentrum wird die Frage stehen, ob – und wenn ja, in welcher Form – Jaspers sich auf sie explizit oder implizit bezieht.
Werner-Konitzer_09-2015_WLWerner Konitzer studierte in Berlin Germanistik und Publizistik, er promovierte und habilitierte zu Fragen der Sprach- und Medienphilosophie. Seit 1997 befasst er sich in seiner Forschung zusammen mit Raphael Gross mit dem Thema NS-Moral und NS-Normativität. Er lehrt in Frankfurt an der Oder und Frankfurt am Main, arbeitete längere Zeit am Hamburger Institut für Sozialforschung und ist seit 2007 stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts, das er seit Mai diesen Jahres kommissarisch leitet. Zu seinen jüngeren Veröffentlichungen gehören »Medienphilosophie« (2004) und zusammen mit Raphael Gross herausgegeben »Moralität des Bösen« (2009).