Universalismus. Weltherrschaft und Menschheitsethos

Kategorie: Aktuelles // Allgemein

Di., 20. Januar 2026, 19:30 Uhr

Das Wohl aller Menschen bei moralischen und politischen Entscheidungen zu berücksichtigen – das ist heute für viele zumindest als Ideal gerechtfertigt. Aber schon immer gegeben und universell verbreitet ist ein solches Menschheitsethos nicht. Wann und wo ist es also entstanden – und warum eigentlich? Ist es eine Besonderheit der jüdisch-christlichen oder der westlich-aufklärerischen Tradition? Und wie hängt seine Entstehung mit der Geschichte imperialer Weltherrschaft zusammen? In seinem faszinierenden Buch folgt Hans Joas diesem Menschheitsethos in globaler Perspektive.

© Suhrkamp Verlag

Von der sogenannten »Achsenzeit« ausgehend, zeichnet er dessen Entstehung in der griechischen Antike, in Judentum und Christentum, in Indien und China nach und betrachtet es im Zusammenhang mit imperialen Reichsbildungen bis hin zum Kolonialismus, Faschismus und Kommunismus. Kann es einen Universalismus ohne Imperialismus überhaupt geben? Und wie steht der Islam zu den achsenzeitlichen Entwürfen eines Menschheitsethos? Joas‘ Antworten auf diese großen Fragen fügen sich zu einem Opus Magnum, mit dem er seine vielbeachteten Arbeiten zur Geschichte von Religion und politischer Macht krönt.

Prof. Dr. Hans Joas ist emeritierter Professor für Soziologie und Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin. Zudem ist er Mitglied des renommierten Commitee on Social Thought der University of Chicago und dort Visiting Professor of Sociology and Social Thought. Er stand dem Max Weber-Kolleg der Universität lange Zeit vor und war Permanent Fellow am Freiburg Institute of Advanced Studies (FRIAS). 

Sein Werk erscheint im Suhrkamp Verlag; das vorgestellte Buch zum Universalismus (2025) steht in einer Reihe mit den Büchern: Die Sakralität der Person (2011), Die Macht des Heiligen (2017) und Im Bannkreis der Freiheit (2020).