Denken als Lebensform. Hannah Arendt (Matthias Bormuth)
Kategorie: Aktuelles // Allgemein
Do., 12. Februar 2026, 19:30 Uhr
Über kaum eine Philosophin wird heute mehr gesprochen als Hannah Arendt, die 1906 in Königsberg geboren wurde und 1975 in New York starb. Dabei wollte sie nie zu den „Denkern von Gewerbe“ gehören. Tatsächlich entwickelte sie ihr Denken als eine eigene Lebensform, nur am Rande verbunden mit akademischen Institutionen. Die menschliche Bewegungsfreiheit sah sie auch im Beruf des Denkens als notwendig an.

Und zugleich war ihr nach den Anfängen bei Martin Heidegger und Karl Jaspers lange der universitäre Weg versperrt, nachdem sie 1933 ins französische Exil hatte gehen müssen und 1941 begann, sich in den Vereinigten Staaten, lange als „Staatenlose“, eine intellektuelle Existenz aufzubauen.
Der Vortrag führt durch wichtige Etappen ihres Werkes, um die Entwicklung ihres Denkens nachzuzeichnen, das vor allen Dingen heute im Horizont von politischer Theorie betrachtet wird. Dass es seit den Anfängen immer auch mit großer Dichtung in Verbindung stand, ist weniger bekannt. Wie sie ihr „politisches“ und „dichterisches Denken“ in Verbindung mit ihren beiden Lehrern entfaltete, wird das Leitmotiv des Vortrags sein.

Matthias Bormuth ist Professor für Vergleichende Ideengeschichte an der Universität Oldenburg und Leiter des Karl Jaspers-Hauses. Entlang eigener Forschungen zu Max Weber verdichtete er in dem Band: Wir modernen Menschen. Über Max Weber (Wallstein 2020). Zuletzt erschienen: Die Kunst des Fragens. Marginalien und Porträts (Wallstein 2024) und Trapezkünstler. Der Fall Kafka (Berenberg 2024). Jüngste Publikation: Von der Unheimlichkeit der Welt. Denken mit Hannah Arendt (Matthes und Seitz Oktober 2025).