Von „Michelangelo“ bis „Warburgs Schnecke“ – Perspektiven der Kunstgeschichte (Horst Bredekamp)

Kategorie: Aktuelles // Allgemein

Mi., 03. Nov., 19:30 Uhr, Oldenburger Kunstverein

In seiner monumentalen Gesamtdarstellung fasst Horst Bredekamp das Genie Michelangelo auf einzigartige Weise. Er nimmt dessen Leben vom Werk aus in den Blick und begreift das Œuvre als Stimulus der Vita. Ebenso empfindsam wie präzise untersucht Bredekamp jedes einzelne Kunstwerk von der Hand Michelangelos im zeitgeschichtlichen und kunsthistorischen Kontext sowie innerhalb der Entwicklung des höchst gefragten Künstlers.

Bredekamp präsentiert uns einen von seinen Werken getriebenen, fortwährend vertragsbrüchig und säumig bleibenden Meister, der sich gänzlich dem künstlerischen Imperativ eines jeden Werks verschreibt und sich vom zu bearbeitenden Material selbst leiten lässt. Indem seine Kunstwerke sich dem Prinzip der Vollendung verweigerten, sprengte Michelangelo alle Konventionen. Doch nur so ließ sich seine bedingungslose Weltliebe ausdrücken, seine Pan-Empathie, die ihn zum loyalen Freund und zur Zumutung für seine Umwelt werden ließ. Und nur so gelang es Michelangelo, die existentiellen Fragen nach Sinn, Sinnlichkeit und politischem Schicksal seiner Epoche in der Form der Kunst auf eine Weise zu verhandeln, die bis heute erschüttert.

Im Gespräch gibt Horst Bredekamp Auskunft über sein Buch und zudem zur ikonographischen Methode, die er nach den ersten Marburger Jahren gemeinsam mit seinem Lehrer Martin Warnke (1937-2019) an der Universität Hamburg weiterentwickelte. Wichtige Aufsätze zum Selbstverständnis bietet Warnkes posthum erschienener Band „Warburgs Schnecke. Kulturwissenschaftliche Skizzen“.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Oldenburger Kunstverein in dessen Räumlichkeiten statt: Damm 2a, 26135 Oldenburg (direkt neben dem Augusteum).

Es wird um Anmeldung gebeten unter der Tel.-Nr.: 0441-27109
oder per Email an: info@oldenburger-kunstverein.de
Die Plätze bleiben unnummeriert.

Bitte beachten Sie die geltenden Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen.

Horst Bredekamp, geboren 1947 in Kiel, studierte Kunstgeschichte in Marburg, bevor er ans kunsthistorische Institut der Hamburger Universität ging. 1992 war er zu Gast am Wissenschaftskolleg Berlin, seit 1993 ist er Professor für Kunstgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität. Gastaufenthalte führten ihn nach Princeton und ans Getty Center in Los Angeles sowie nach Budapest. Bredekamp wurde 2014 in den Orden ›Pour le mérite‹ aufgenommen, 2000 mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2005 mit dem Aby-M.-Warburg-Preis der Stadt Hamburg, 2006 mit dem Max-Planck-Forschungspreis sowie 2017 mit dem Schillerpreis der Stadt Marbach.