Ernesto Grassi – Humanismus zwischen Faschismus und Nationalsozialismus (Wilhelm Büttemeyer)

Kategorie: Aktuelles // Allgemein

Do. 4. Juni, 19:30 Uhr

Ernesto Grassi (1902-1991) gehört aufgrund seiner Forschungen zur Antike und Renaissance, zur Ästhetik und Metaphorik sowie seiner verlegerischen Initiativen (z.B. als Herausgeber von „rowohlts deutscher enzyklopädie“) zu den kulturpolitisch bedeutenden Philosophen der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Zu seiner ersten Lebenshälfte bis zur Berufung an die LMU München im Jahre 1948 allerdings gibt es kaum, oft widersprüchliche oder falsche Angaben.

Wilhelm Büttemeyers sorgfältig recherchierte Monographie schließt diese Lücke und revidiert überdies gängige Darstellungen der philosophischen Entwicklung Grassis. Im Gespräch mit Malte Unverzagt rekonstruiert er die Positionen des deutsch-italienischen Philosophen und ordnet sie zeitgeschichtlich ein. Hierzu gehört auch die Erörterung des problematischen Verhältnisses von humanistischer Philosophie und faschistischer Ideologie sowie die kulturpolitische Rolle des Berliner Instituts „Studia Humanitas“ im NS-Staat.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Filosofia Italiana-Stiftung.

Wilhelm Büttemeyer ist als außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der
Universität Oldenburg tätig. Er war Gastdozent in Mailand, Rostock und Bremen und
ist ausländisches korrespondierendes Mitglied der Galilei-Akademie der
Wissenschaften und Künste in Padua. Als Mitbegründer der Oldenburger Filosofia
Italiana-Stiftung hat er seit 1994 deren Vorsitz inne. Er forscht und publiziert u.a. zur
Geschichte der neueren italienischen Philosophie, Wissenschaftstheorie und
Philosophie der Mathematik. Zuletzt wurde seine „Logik zur Einführung“ (2026) im
Junius Verlag neu aufgelegt.