Das Leben, ein Roman. Erinnerung an Milan Kundera (Wolfgang Matz)
Kategorie: Aktuelles // Allgemein
Di., 10. November 2026, 19:30 Uhr
Lesung und Gespräch
»Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins« – ein Welterfolg und mit dem braven Soldaten Schwejk wohl der berühmteste Roman der tschechischen Literatur. Trotzdem ist Milan Kundera heute einer der großen Unbekannten der Weltliteratur: Er trat über Jahrzehnte nirgends auf, machte keine Lesungen und gab keine Interviews. Diese Verweigerung gegenüber dem Literaturbetrieb sorgte für Legenden aller Art.

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Die Tatsachen sind bekannt: Als einer der Protagonisten des Prager Frühlings bekam Milan Kundera nach der russischen Invasion 1968 Publikationsverbot; er emigrierte 1975 mit seiner Frau Vera nach Paris und wurde dort zum französischen Schriftsteller. Ein Hedonist in der Falle einer zutiefst politisierten Welt, so nannte er sich selbst. Wer Kundera nur als politischen Schriftsteller las, der übersah allzu schnell seine andere Seite als Romancier des „Lachens und Vergessens“.

Wolfgang Matz hat Kundera über Jahre begleitet, als Leser, Lektor, Freund. Aus dieser Nähe zeichnet er ein Porträt des Autors und Menschen; erinnert an die großen Werke vom „Buch der lächerlichen Liebe“ bis zum »Fest der Bedeutungslosigkeit«. Auch spricht er von den Begegnungen, Spaziergängen und Gesprächen mitten in Paris, das nach Prag für Kundera zur zweiten Stadt seines Lebens wurde. So bietet der Band eine Wiederbegegnung mit einem Jahrhundertautor, die in Lesung und Gespräch mit dem Autor erfolgen soll.
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Der Philosoph und Philologe Wolfgang Matz lehrte ab 1987 Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Poitiers, arbeitete von 1995 bis 2020 als Verlagslektor im Carl Hanser Verlag und lebt seither als Autor und Übersetzer in München. Er wurde ausgezeichnet mit dem Paul-Celan-Preis (1992), dem Petrarca-Preis für Übersetzung (1994) und zuletzt dem Alfred Kerr-Preis für Literaturkritik (2024). Seine letzten Buchveröffentlichungen: Frankreich gegen Frankreich. Die Schriftsteller zwischen Literatur und Ideologie (2017), Vom Glück des poetischen Lebens. Erinnerung an André du Bouchet, Yves Bonnefoy und Philippe Jaccottet (2022), Rudolf Borchardt. Der verlorene Posten (2023) und Das Leben, ein Roman. Erinnerung an Milan Kundera. Er ist mit Elisabeth Edl Herausgeber von Simone Weil: Cahiers/Aufzeichnungen (vier Bände, 1991–98).
