Eine philosophische Freundschaft in Briefen. Karl Jaspers und Ernst Mayer
Kategorie: Aktuelles // Allgemein
Di., 1. Sept., 19:30 Uhr

„Dein Arbeiten mit mir ist ohne Vergleich.“ So urteilte Karl Jaspers (1883–1969) über seinen Schwager und engsten Freund Ernst Mayer (1883–1952).
Der Mediziner Ernst Mayerstammte aus orthodoxer deutschjüdischer Kaufmannsfamilie und wurde über seine Mitarbeit an Jaspers’ Hauptwerk „Philosophie“ (1932) selbst zum Philosophen. Wenig später führte sie ein Streit bei der gemeinsamen Arbeit an Jaspers’ Nietzsche-Buch (1936) an die Grenzen ihrer Gemeinschaft im Philosophieren und ihrer Freundschaft.
Jaspers wurde 1937 aus dem Professorenamt entlassen, Mayer floh 1938 mit seiner Familie ins Exil nach Holland. Während der eine dazu gezwungen war, sich über drei Jahre hinweg ununterbrochen zu verstecken, und der andere sich zumindest aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste, arbeiteten sie ohne Wissen voneinander an der Fortsetzung ihrer Philosophie.
Die kommentierte Edition des Briefwechsels erlaubt einen facettenreichen Einblick in ein innerlich gemeinsames Leben im Philosophieren. Exemplarisch zeichnet sich ab, was existentielles Philosophieren bedeuten kann.
Georg Hartmann studierte Philosophie und Religionswissenschaft in Tübingen und publizierte Aufsätze u.a. zu Karl Jaspers und Martin Heidegger, zu Gerhard Krüger und Jean Améry. Nach der Erschließung des Manuskriptnachlasses von Karl Jaspers edierte er im Rahmen der Karl Jaspers Gesamtausgabe das sogenannte Hannah-Buch „Vom unabhängigen Denken. Hannah Arendt und ihre Kritiker. Nachgelassene Fragmente“ (2022).
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