Das literarische Tagebuch. Hanns Cibulkas „Nachtwache – Sizilien 1943“ (Sebastian Kleinschmidt)

Kategorie: Aktuelles // Allgemein // Poetischer Abend

Di., 06. Dezember, 19:30 Uhr

Hanns Cibulka war ein Schriftsteller, dem das Tagebuch zur gewichtigsten Schreibgattung wurde. Sein literarisches „Tagebuch aus dem Krieg“ experimentierte mit der Form bis zum Einbau fiktiver Personen und Geschehnisse. Es beruht auf stenographisch festgehaltenen Erlebnissen, die er allerdings erst vierzig Jahre später ausformuliert und durch Kommentare und Reflexionen behutsam ergänzt hat.

Sein Tagebuch umfasst den Zeitraum vom 14. Mai bis zum 1. August 1943. In diese Zeit fällt die Landung der Alliierten am 10. Juli, der größten amphibischen Operation des Zweiten Weltkriegs.

Nüchtern und eindringlich beschreibt der 22 Jahre alte sudetendeutsche Nachrichtensoldat den Kriegsalltag, in dem die Anflüge der Jagdbomber ebenso lebendig werden wie die staubige, schattenarme Landschaft mit ihren verkarsteten Bergen, der bleiernen Hitze und ihrer von Mythen und wechselnder Herrschaft geprägten Geschichte.

In Lesung und Gespräch gibt Sebastian Kleinschmidt Auskunft über Hanss Cibulka und sein Werk, das in der Reihe „naturkunden“ bei Matthes und Seitz in Berlin erscheint.

Sebastian Kleinschmidt, geboren 1948 in Schwerin, Essayist und Herausgeber, von 1991 bis 2013 Chefredakteur von Sinn und Form, lebt bei Berlin. Jüngste Veröffentlichungen: „Spiegelungen“ (Matthes & Seitz 2018) und „Verse verstehen. Zehn Versuche“ (Verlag Ulrich Keicher 2021)