Glaube, Utopie und Hoffnung. Ernst Blochs Entwurf einer atheistischen Religion (Ulrich v. Bülow)

Kategorie: Aktuelles // Allgemein // Junge Philosophie

Do., 15. Dezember, 19:30 Uhr

Als Ernst Bloch im August 1977 mit 92 Jahren starb, forderten Tübinger Studenten, ihre Universität in »Ernst-Bloch-Universität« umzubenennen. Der Ruhm des damaligen Starautors des Suhrkamp Verlags ist inzwischen verblasst. Der Titel seines einst vielgelesenen Hauptwerks „Das Prinzip Hoffnung“ ist nur noch als Redewendung in aller Munde. Kaum jemand weiß, vom wem dieses Prinzip stammt und was es ursprünglich bedeuten sollte.
Wie kann man Ernst Bloch heute noch mit Gewinn lesen? Ulrich von Bülow schlägt vor, ihn aus den marxistischen Denkschulen zu befreien und seine Werke vor allem als Ausdruck eines religiösen Suchens zu verstehen – als einen ebenso bedenkenswerten wie bedenklichen Versuch, eine neue atheistische Religion zu begründen.

An den Vortrag schließt sich am Freitag, den 16. Dezember, um 10:00 Uhr ein Workshop im Karl Jaspers-Haus an. Textmaterial hierfür kann auf Nachfrage zur Verfügung gestellt werden.

Dr. Ulrich von Bülow leitet seit 2006 die Abteilung Archiv im Deutschen Literaturarchiv Marbach. In Veröffentlichungen und Editionen befasste er sich u.a. mit Arthur Schnitzler, Georg Lukács, Martin Heidegger, Karl Löwith, Erich Kästner, Joachim Ritter, Hans Blumenberg, Martin Walser, Peter Handke und W.G. Sebald. Ulrich von Bülow ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Jahrbuchs der Karl Jaspers-Gesellschaft.