Come out! Wie der Aufstand in der Christopher Street die Welt veränderte (Thomas Sparr)
Kategorie: Aktuelles // Allgemein
Di., 22. September 2026, 19:30 Uhr
„Für die Homosexuellen ist das Dritte Reich noch nicht zu Ende“, schrieb der deutsch-jüdische Historiker Hans-Joachim Schoeps 1963. Es endete für sie sechs Jahre später, in einer Nacht in der Christopher Street von New York. Nah an den Menschen, erzählt Thomas Sparr vom Aufstand im Stonewall Inn und seinen weltweiten Folgen. Es war eine Selbstbefreiung, die gelang und trotzdem bis heute gefährdet ist.
Es war die Nacht zum 28. Juni 1969. In dieser Sommernacht wehrten sich junge Männer und Frauen im Stonewall Inn, einer Homosexuellenbar in New York, gewaltsam gegen eine Razzia der Polizei. Der kleine „Aufstand der Anstößigen“ wurde später zum großen, weltweiten Symbol des Widerstands und der Selbstbehauptung einer entrechteten Minderheit. Im selben Jahr wurde in der Bundesrepublik der Paragraph 175 liberalisiert, während in der DDR Homosexualität bereits straffrei war.

© C.H. Beck Verlag
Thomas Sparr schildert den Mythos und die Wirklichkeit des Aufstands in der Christopher Street und zeigt seine Folgen bis heute. Wie wirkte er sich in Deutschland aus? Wie veränderte er die Selbstbilder homosexueller Frauen und Männer und wie die Art und Weise, in der andere sie bis heute wahrnehmen? Jahr für Jahr erinnern die Christopher Street Days in Deutschland, in Amerika, in Budapest und erst recht die verbotenen in Teheran wie in Moskau und Minsk daran: Wer sich nicht wehrt, liebt verkehrt.
Der Publizist und Schriftsteller Thomas Sparr, stellt sein neues Buch in Lesung und Gespräch vor.
„Sparr unternimmt eine Zeitreise durch die seither vergangenen Jahrzehnte. Er erzählt wie ein Kulturseismograf die Geschichte einer weltweiten Erschütterung … leistet mit seinem Buch einen Beitrag zur Revision des Mythos.“
Die ZEIT, Hans Hütt
„Stellt gängige Gewissheiten infrage … besonders anregend, sogar streitbar, weil er bis in die jüngste Gegenwart reicht“
WELT am Sonntag, Tilman Krause

Thomas Sparr studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg, Marburg und Paris und war an der Hebräischen Universität in Jerusalem und am dortigen Leo Baeck Institut tätig. Später leitete er den Jüdischen Verlag und war Cheflektor des Siedler Verlags. Heute ist er Editor-at-Large für den Suhrkamp Verlag. Bei Berenberg erschienen »Grunewald im Orient. Das deutsch-jüdische Jerusalem« (2018), »Hotel Budapest, Berlin … Von Ungarn in Deutschland« (2021), bei der DVA »Todesfuge. Biographie eines Gedichts« (2020) und bei S. Fischer »›Ich will fortleben, auch nach meinen Tod‹. Die Biographie des Tagebuchs der Anne Frank« (2023) und »Zauberberge. Ein Jahrhundertroman aus Davos« (2024).
Thomas Sparr, Foto © Jürgen Bauer