Die Gesänge der Tagticall. Kolumnen zur Poesie (Marie Luise Knott)
Kategorie: Aktuelles // Arendt-Forum
Di., 13. Oktober 2026, 19:30 Uhr
Lesung und Gespräch mit Prof. Matthias Bormuth
Die Arendt-Kennerin Marie Luise Knott erkundet als freie Autorin seit Jahren die Welt der Poesie in kleinen Texten für ein größeres Publikum. Ihre Essays bewegen sich durchs Dickicht dichterischer Denk- und Sprachbewegungen, aufgeschreckt von konkreten Fragen, plötzlichen Verwunderungen und politischen wie persönlichen Erschütterungen.
Mit Christian Morgenstern sind ihre „Gesänge der Tagtigall“ leidenschaftliche Plädoyers für die schöpferische Kraft der Sprache, ein dichterisches Denken, sowie Hannah Arendt es mochte. Sie gingen aus monatlichen Lyrik-Kolumnen hervor, in denen Knott nahe und ferne Sprachlandschaften – auch poetische Verfahren und Versuchsanordnungen, Sonette, Minnesang, konkrete Poesie – befliegt, besingt und beäugt.
Die dichten Versuche – über Szilárd Borbély, Nico Bleutge und Bertolt Brecht, über Elke Erb, Kim Hyesoon und Friederike Mayröcker, Oskar Pastior, Jan Wagner, Uljana Wolf u. v. a. – durchstreifen das unwegbare Gelände der Wirklichkeit und erweisen sich als leuchtende Denkbilder. Die Gesänge der Tagtigall sind ein leidenschaftliches Plädoyer für die schöpferische Kraft der Sprache und des Denkens.


Marie Luise Knott ist philologisch und politikwissenschaftlich versierte Essayistin und Übersetzerin, die immer wieder auch über Hannah Arendt forscht und schreibt. Für ihr Arendt-Buch „370 Riverside Drive – 730 Riverside Drive“ wurde sie im Jahr 2022 mit dem Tractatus Essay-Preis ausgezeichnet. 2024 erhielt sie den Johann-Heinrich-Merck-Preis für Essayistik der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seit 2013 schreibt sie die monatliche Lyrik-Kolumne „Tagtigall“ für das Online-Magazin „Perlentaucher“, aus der ihre jüngste Publikation „Die Gesänge der Tagitigall“ hervorging. Ihre Bücher erscheinen vor allem im Matthes & Seitz Verlag.