Karl Jaspers und die Psychiatrie im Nationalsozialismus –  „Perspektiven und Positionen“

Kategorie: Aktuelles

Mi., 29. Juni, 17:00 Uhr

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik.

Karl Jaspers Rolle bei der Aufklärung von Verbrechen in Psychiatrien zur Zeit des Nationalsozialismus war Gegenstand eines regen Briefwechsels zwischen Prof. Dr. Matthias Bormuth, dem Vorsitzenden der Karl-Jaspers-Gesellschaft, und Dr. Ingo Harms vom Gedenkkreis e.V.. Aus dieser Kontroverse heraus ist der Wunsch nach einer öffentlichen Diskussion zu dem Thema entstanden. 

Der Psychiater und Philosoph Karl Jaspers (1883-1969) hat sich schon in der unmittelbaren Nachkriegszeit 1945 zur Medizin und Psychiatrie im Nationalsozialismus sowie den ärztlichen Verbrechen an Patienten und Patientinnen geäußert, vor allem im Spiegel von Aufklärungsarbeiten, die Alexander Mitscherlich und Gerhard Schmidt vorgelegt hatten. Auch förderte er die Dokumentensammlungen in der von ihm mit herausgegebenen Zeitschrift „Die Wandlung“, die vor allem der Journalist und spätere Politologe Dolf Sternberger verantwortet hatte. 

Gleichwohl sind bei Jaspers auch Tendenzen ersichtlich, die Aufklärung der weiteren Öffentlichkeit mit Vorsicht zu behandeln. Aber im historischen Verhältnis der Zeit ist sein Wille zur Aufklärung, der auch philosophisch mit Überlegungen zur „Schuldfrage“ verbunden ist, besonders. Dies wird auch anders, d.h. wesentlich kritischer, gesehen. Gerade deshalb ist eine offene wie öffentliche Debatte, in welcher die gegenläufigen Positionen im Horizont der verfügbaren Quellen zur Diskussion stehen, heute wichtig. 

So hat sich die gemeinsame Veranstaltung der Karl Jaspers-Gesellschaft und der Karl Jaspers-Klinik vorgenommen, diese Zusammenhänge in zwei Vorträgen aus konträren Perspektiven kritisch, auch im Dialog mit dem Publikum, zur Sprache zu bringen. Prof. Dr. Matthias Bormuth (Karl-Jaspers-Gesellschaft) und PD Dr. Ingo Harms (Gedenkstätte Wehnen) werden sprechen; Prof. Dr. Jörg Zimmermann (Karl-Jaspers-Klinik) führt durch die Diskussion. 

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um Anmeldung per E-Mail (ulrike.redlin@kjk.de) wird gebeten. 

Bitte beachten Sie die derzeitigen Hygieneregeln für die Veranstaltung: Tagesaktuelles Testergebnis (bescheinigt vom Testzentrum) plus FFP2-Maske.

Veranstaltungsort: Hermann-Ehlers-Straße 7, 26160 Bad Zwischenahn.